Über Helena Petrowna Blavatsky

Ereignisse in der Lebensgeschichte Helena Petrowna Blavatskys

Helena Petrowna Blavatsky, Tochter Oberst Peter von Hahns, war die Enkelin von General Alex Hahn (eine adlige Familie aus Mecklenburg, ansässig in Russland). Mütterlicherseits war sie die Tochter von Helena Fadejew und die Enkelin von Geheimrat Andrej Fadejew und Prinzessin Helena Dolgoruki. Geboren in Jekaterinoslaw [heute Dnipropetrowsk, d. Hrsg.] in Südrussland zwischen dem 30. und 31. Juli 1831 (nach dem Julianischen Kalender), wurde sie 1848 mit dem Staatsrat Nikifor Blavatsky verheiratet, dem ehemaligen Vizegouverneur der Provinz Eriwan, Kaukasus.

1830–1832   Ihre Mutter, Helena Fadejew, war Schriftstellerin mit dem Künstlernamen Sinaida R. Sie war die erste Romanschriftstellerin, die jemals in Russland in Erscheinung getreten war. Die Zeit der großen Seuche.

1846   Ihr Vater nahm sie mit nach Paris und London, und als sie in England waren, hielten sie sich eine Woche in Bath auf. Ihr Englisch hatte zu dieser Zeit einen sehr starken Yorkshire-Akzent.

1848   Heirat mit General Blavatsky. Sie wurde in einer Art von Scherz mit ihm verlobt, und später ließen ihre Freunde nicht zu, dass sie die Beziehung abbrach. Schließlich fand am 7. Juli die Hochzeitszeremonie statt, und sie wurde dann nach Daretschichag, einer Sommerresidenz, gebracht. Drei Monate lang wehrte sie sich gegen die Ansprüche ihres Ehemanns, und schließlich flüchtete sie nach Tiflis. Von dort nahm sie den Dampfer Commodore und ging in Konstantinopel an Land. Hier traf sie die Gräfin K. und reiste eine Zeitlang in Ägypten, Griechenland und anderen Teilen Osteuropas.

1849   Besuch von Paris und London. Aufenthalt in Mivarts Hotel in London mit Gräfin B.

1850   Mit Gräfin B. auf Reisen in Europa.

1851   Im Januar in Paris. Im Juli war sie in Quebec in Kanada und darauf in New Orleans.

1852   Etwa um diese Zeit reiste sie von New Orleans durch Texas nach Mexiko.

1852   Gegen Ende des Jahres brach H. P. Blavatsky nach Indien auf. Sie wollte über Nepal nach Tibet reisen, wurde aber vom britischen Regierungsvertreter in Nepal daran gehindert. Von dort ging sie nach Südindien, Java und Singapur und kehrte dann nach England zurück.

1853   Am Ende des Jahres reiste sie nach New York, von dort nach Chicago, dann in den fernen Westen, über die Rocky Mountains nach San Francisco.

1855   Rückkehr nach Indien über Japan und die Straße von Malakka.

1856   In Lahore traf sie einen deutschen Freund ihres Vaters, und von jenem Ort aus machte sie einen zweiten Versuch, nach Tibet hineinzukommen.

1858   Sie kehrte über Madras und Java mit einem holländischen Schiff nach Europa zurück und verbrachte einige Monate in Frankreich und Deutschland. Danach schloss sie sich in Pskow in Nordwest-Russland, etwa 180 Meilen von St. Petersburg entfernt, wieder ihrer Familie an.

1859   Im Frühjahr zog H. P. B. mit ihrer Schwester Vera in ein Dorf namens Rugodewo, im Distrikt Noworschew im Regierungsbezirk von Pskow, etwa 200 Werst von St. Petersburg.

1860   Im Frühling dieses Jahres litt H. P. B. an einer schrecklichen Krankheit. Sie hatte eine beachtliche Wunde in der Nähe ihres Herzens erhalten (möglicherweise, als sie durch die Steppen Asiens gereist war). Diese öffnete sich gelegentlich und verursachte äußerst heftige Schmerzen – die Krankheit dauerte drei oder vier Tage, dann heilte die Wunde plötzlich, und keine Spur blieb von ihr zurück. H. P. B. verließ Rugodewo, um über Moskau nach Tiflis im Kaukasus zu gelangen. In Sadonsk trafen sie den gelehrten Isidor, den damaligen Metropoliten [kath. Bischof, d. Hrsg.] von Kiew und späteren (1884) Metropoliten von St. Petersburg, den sie als einen Freund der Familie gekannt hatten, als er Exarch von Georgien (Kaukasus) war.

Um 1862 verbrachte H. P. B. knapp zwei Jahre in Tiflis und nicht mehr als drei im Kaukasus; das letzte Jahr über streifte sie in Imeretien, Georgien und Mingrelien umher. Im letzteren Land litt sie erneut an einer schweren Krankheit. Sie war oft bewusstlos und wurde unter großen Schwierigkeiten nach Tiflis gebracht, wo sie offensichtlich sterbend eintraf. Bald darauf war sie jedoch wiederhergestellt und verließ den Kaukasus, um nach Italien zu reisen.

1863–1866   Während dieser Jahre war H. P. B. ständig auf Reisen.

1867–1870   Diese Jahre verbrachte H. P. B. im Osten. Wenn aufgezeichnet, würde diese Zeit wahrscheinlich als die interessanteste Periode in H. P. B.s ereignisreichem Leben beurteilt werden.

1870   Aus dem Osten kehrte H. P. B. über den Sueskanal zurück. Eine kurze Zeit verbrachte sie in Piräus und buchte von dort aus eine Überfahrt nach La Spezia auf einem griechischen Schiff. Durch eine Explosion von Schießpulver und Feuerwerk, die einen Teil der Fracht ausmachten, ging das Schiff auf der Fahrt in die Luft. H. P. B. und einige der Passagiere wurden gerettet, doch all ihr Hab und Gut war verloren. So begab sie sich nach Alexandria und von dort aus nach Kairo, um auf Hilfsmittel aus Russland zu warten. Zu dieser Zeit ging sie von den „Lehrjahren zur Pflicht“ über, und sie allein erkannte die Größe ihrer Mission.

1871   In Ägypten begann H. P. B. alsdann mit der Arbeit. Über Palästina, wo sie einige Monate weilte und eine Reise nach Palmyra und zu anderen Ruinen machte, kehrte sie schließlich nach Europa zurück.

1872   Am Ende dieses Jahres reiste sie zu ihrer Familie heim, die nun in Odessa wohnte.

1873   Früh in diesem Jahr verließ H. P. B. Russland und ging nach Paris, wo sie zwei Monate lang bei ihrem Vetter Nikolaus von Hahn in der Rue de l’Université wohnte. Von dort wurde sie angewiesen, die Vereinigten Staaten zu besuchen. Im Juli 1873 traf sie in New York ein, wo sie mehr als sechs Jahre blieb und ihre Einbürgerungspapiere für die amerikanische Staatsbürgerschaft erhielt; nur für wenige Monate besuchte sie andere Städte und Orte.

1874   Während dieses Jahres lebte sie in einer Wohnung am Irving Place, New York, und im Oktober besuchte sie das Eddy-Farmhaus, Vermont.

1875   Im Oktober und November 1875 gründete H. P. B. mit Hilfe von W. Q. Judge und anderen in New York die Theosophische Gesellschaft.

1874–1875   H. P. B. zog vom Irving Place in die 34. Straße, New York, und von dort nach einigen Monaten in die 47. Straße, wo sie bis zum Dezember 1878 wohnte.

1877–1878   Unter der letzteren Adresse schrieb sie 1877 „Isis Entschleiert“.

1879   H. P. B. ging nach Bombay; sie war sehr verärgert darüber, dass sie von der Obrigkeit überwacht wurde, aber bald danach wurde dieses Ausspionieren fallengelassen. Im Dezember besuchte sie Allahabad.

1880   Während dieses Jahres war sie in Simla, wo viele der Ereignisse stattfanden, die hier jedoch nicht im Einzelnen beschrieben werden können.

1880–1881   H. P. B. unternahm einen Ausflug nach Ceylon.

1881   Das Hauptquartier der Theosophischen Gesellschaft wurde in Beach Candy eingerichtet, in einem Bungalow namens Krähennest. Hier wurde die Zeitschrift „The Theosophist“ herausgegeben. Später in diesem Jahr besuchte H. P. B. nochmals Allahabad und Simla.

1882   Den Herbst 1882 verbrachte H. P. B. in Bombay, wo sie sehr ernsthaft erkrankte. Sie litt an der Brightschen Krankheit der Nieren. Ihr Lehrer sandte einen Chela aus den Nilgiri-Bergen, der sie aufforderte, zu einem bestimmten Ort in den Himalaya zu gehen. Sie war nur zwei oder drei Tage jenseits der Grenze Tibets und kehrte dann nahezu gesund wieder zurück. Im Dezember wurde H. P. B. und ihren Helfern am Vorabend ihrer Abreise nach Madras eine Abschiedsbotschaft ausgehändigt. In ihr wurde festgestellt, dass viele „tapfere Herzen von Lahore und Simla bis Ceylon, von Kalkutta bis Kathiawar, von Gujarat und Allahabad – Parsen, Hindus, Buddhisten, Juden, Mohammedaner und Europäer“ bezeugten, wie weit ihre Bemühungen, Universale Bruderschaft zu etablieren, während des kurzen Aufenthalts von vier Jahren Erfolg hatten.

1883   In diesem Jahr richtete sich H. P. B. in Adyar, einer Vorstadt von Madras, in einem Haus mit ausgedehntem Grundstück ein. Die oberen Räume des Hauses waren der Privatbereich von H. P. B. Viele der führenden angloindischen Einwohner kamen, um sie zu sehen.

1884   H. P. B. reiste nach Europa. Sie kam im März in Nizza an, reiste von dort nach Paris, wo sie Solowjow und andere in der Rue Notre Dame des Champs 46 traf, die das Zentrum der Theosophischen Gesellschaft in Paris war. Dort wurde sie im Juni von W. Q. Judge und Anderen besucht, einschließlich Madame Schelihowskij (H. P. B.s Schwester). Am 7. April traf H. P. B. in London ein, am Abend eines Treffens der Londoner Loge, die sie im vorausgegangenen März als in ihrer „schärfsten Krise“ befindlich beschrieben hatte. Sie blieb nur eine Woche, kehrte nach Paris zurück und ging am 29. Juni wieder nach London. Von dort besuchte sie im August Freunde in Elberfeld, Deutschland, namens Gebhard.

1885   H. P. B. kehrte noch einmal nach Indien zurück und hatte einen großen Empfang von einer Abordnung einheimischer Studenten der Madras Colleges. Deren Botschaft, unterschrieben von über 300 Studenten, erklärte, dass „wir uns bewusst sind, dass wir nur einen schwachen Ausdruck endloser Dankbarkeit geben können, die wir Ihnen schulden und zu der Indien Ihnen gegenüber verpflichtet ist“. Wenig später erlitt H. P. B. wieder eine schwere Krankheit, von der sie abermals eine bemerkenswerte Erholung zu verhältnismäßiger Gesundheit erfuhr.

1885, etwa im Monat Mai, kehrte sie nach Europa zurück und hielt sich eine Zeitlang in der Nähe von Neapel auf.

1885, etwa im August, zog sie von dort aus nach Würzburg um, einer kleinen Stadt in Deutschland. Im Oktober desselben Jahres begann H. P. B. in Würzburg, „Die Geheimlehre“ zu schreiben, sie war unermüdlich dabei. Enthusiastisch schreibt sie in einem Brief darüber: „Ich beginne zu denken, dass sie [Die Geheimlehre, d. Hrsg.] unseren Einsatz rechtfertigen wird: Die Bilder, Überblicke, Szenen, einschließlich vorsintflutlicher Dramen! Nie sah oder hörte ich Besseres.“

1888   Veröffentlichung von „Die Geheimlehre“ durch H. P. Blavatsky.

1889   „Der Schlüssel zur Theosophie“ und „Die Stimme der Stille“ werden von H. P. Blavatsky geschrieben und herausgegeben.

1891   Am 8. Mai Tod H. P. Blavatskys in der Avenue Road 19, Regent’s Park, London.

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Helena Petrowna Blavatsky
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