Ausgewählte Texte

Bewusstsein und Intelligenz im Weltall

Eine geistige Evolution, die klar und erhaben vor uns liegt – diese Perspektive eröffnete H.P. Blavatsky in ihren Werken Die Geheimlehre und Isis Entschleiert. Auch wenn dies dem Denken des 19. Jahrhunderts noch fremd war, ergeben sich heute fantastische Chancen und Entwicklungs­möglichkeiten für uns.

Geistige Evolution bedeutet: Das Universum besteht aus Scharen kosmischer Intelligenzen mit unterschiedlichen Entwicklungs­zuständen, mit ihrer eigenen Willenskraft und ihrem eigenen Grad von Bewusstsein und Fähigkeiten. Jede dieser Wesenheiten wächst, lernt und schreitet voran: von evolutionärem Zyklus zu evolutionärem Zyklus. Auf diese Weise sind alle Lebewesen und Welten im unendlichen Raum in Entwicklung begriffen, dem inneren Drang der Natur folgend das „Niedere“ (weniger Entwickelte) zum „Höheren“ (dem mehr Entwickelten) zu entfalten.

Letztlich ist alles Ausdruck von Bewusstsein in seinen verschiedensten Graden und Abstufungen der evolutionären Entwicklung. Das schließt auch die Kräfte und Energien ein, mit denen die Wissenschaften arbeiten. Der Physiker Max Planck hat dies wohl intuitiv erahnt, als er Jahrzehnte nach H. P. Blavatsky in einem Vortrag sagte: „Bewusstsein ist fundamental“.

Hier einige Originalzitate von H.P. Blavatsky:

„Die Geheimlehre lehrt die fortschreitende Entwicklung von allem, von Welten sowohl als von Atomen; und es lässt sich weder ein Beginn noch ein Ende dieser erstaunlichen Entwicklung vorstellen." [...]

Aus: Helena Petrowna Blavatsky:
Die Geheimlehre, Band 1, S. 74

„Alles im Weltall, durch alle seine Reiche, ist bewusst: d. h. begabt mit einem Bewusstsein seiner eigenen Art und auf seiner eigenen Wahrnehmungsebene. Wir Menschen müssen uns daran erinnern, dass wir einfach deshalb, weil wir keine Zeichen von Bewusstsein, die wir erkennen können, in, sagen wir, den Steinen wahrnehmen, noch kein Recht haben, zu sagen, dass darin kein Bewusstsein existiert. Es existiert nichts Derartiges wie ,tote‘ oder ,blinde‘ Materie.“

„Das Weltall wird von innen nach außen bewegt und geleitet. Wie oben so ist es unten, wie im Himmel so auf Erden; und der Mensch, der Mikrokosmos und das Kleinbild des Makrokosmos, ist der lebendige Zeuge für dieses universale Gesetz und für die Art seines Wirkens. Wir sehen, dass jede äußere Bewegung, Handlung, Gebärde, einerlei ob willkürlich oder mechanisch, organisch oder intellektuell, durch inneres Gefühl oder Erregung, Willen oder Wunsch, und Gedanken oder Gemütsbewegung hervorgerufen wird und darauf folgt. Wie keine äußere Bewegung oder Veränderung im normalen Zustand im äußeren Körper des Menschen stattfinden kann, wenn sie nicht durch einen inneren Antrieb, der durch eine der drei genannten Funktionen gegeben ist, hervorgerufen wird, so ist es auch beim äußeren oder geoffenbarten Weltall.“

„Der ganze Kosmos wird von einer nahezu endlosen Reihe von Hierarchien fühlender Wesen geleitet, gelenkt und belebt. [...] Sie sind in ihren einzelnen Abstufungen von Bewusstsein und Intelligenz unendlich verschieden; und sie alle reine Geister zu nennen, ohne irgendwelche irdische Beimischung, ,woran die Zeit zu nagen pflegt‘, heißt bloß einer poetischen Fantasie huldigen. Denn jedes von diesen Wesen war entweder ein Mensch oder bereitet sich vor, einer zu werden, wenn nicht in dem gegenwärtigen, so in einem vergangenen oder zukünftigen Manvantara. […] ,Der Mensch kann sich die Devas weder geneigt machen, noch ihnen befehlen,‘ wird gesagt. Aber durch Lähmung seiner niederen Persönlichkeit, wodurch er zur vollen Erkenntnis der Nichtgetrenntheit seines höheren Selbst von dem Einen Absoluten SELBST gelangt, kann der Mensch, selbst während seines irdischen Lebens ,einer von uns‘ werden. So wird der Mensch dadurch, dass er von der Frucht der Erkenntnis isst, welche die Unwissenheit vertreibt, gleich einem von den Elohim, oder den Dhyânis; und wenn er einmal auf ihrer Ebene ist, so muss sich der Geist der Solidarität und vollkommenen Harmonie, welcher in jeder Hierarchie herrscht, über ihn ausbreiten, und ihn in allen Einzelheiten beschützen.“

Aus: Helena Petrowna Blavatsky:
Die Geheimlehre, Band 1, S. 295 ff.

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Helena Petrowna Blavatsky
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